Wandern neue Exoten in die Ostsee ein?

Schon in der Vergangenheit wurden auch in der Ostsee immer wieder pflanzliche und tierische Einwanderer aus wärmeren Gefilden beobachtet. Schon bald könnte sich das unterseeische Gesicht der See noch stärker wandeln, was vor allem Fischer und Taucher beobachten dürften. Der Grund: ein immenser Salzwassereinbruch im Dezember, der für einen höheren Salzwassergehalt in der See gesorgt hat.

Verändert sich die Artenvielfalt?

Forscher des Thünen-Instituts für Ostseefischerei mit Sitz in Rostock haben bereits verschiedene Fische gesichtet, die in der Ostsee eher als exotisch gelten. "Wir entdecken Dornhaie, Mondfische oder Seehechte", so Christopher Zimmermann, Direktor des Instituts. Die Biologen erwarten sich durch den Salzwassereinbruch aber auch eine deutliche Verbesserung der Lebensbedingungen für Arten, die bereits in der Nordsee heimisch sind. So dürften sich in der westlichen Ostsee etwa die Bedingungen für Dorsche deutlich verbessern. "Die Population wird sich noch schneller erholen, als sie das gerade schon macht", so Zimmermann. Im östlichen Teil der Ostsee dürfte die Erholung des Bestandes jedoch noch länger dauern.

Der größte Einbruch seit 60 Jahren

Dem Salzwassereinbruch voraus gegangen war eine längerfristige Phase von anhaltenden Ostwinden. Diese hatten einen starken Ausstrom von Wasser Ostsee zur Folge. Mitte Dezember drehte der Wind schließlich nach Südwest und West, sodass nun zwischen dem 13. und dem 26. Dezember Wasser aus der Nordsee in das benachbarte Meer strömen konnte. Das Leibnitz-Institut für Ostseeforschung mit Sitz in Warnemünde schätzt das Volumen des eingeströmten Wassers auf etwa 198 Kubikkilometer. Diese Wassermassen führten etwa vier Gigatonnen Salz mit sich. Damit ereignete sich im Dezember 2014 der drittgrößte Einbruch von Wasser seit dem Beginn der entsprechenden Aufzeichnungen vor 60 Jahren.

Die Biologen versprechen sich von diesem Wassereinbruch noch weitere positive Effekte: Weil das Wasser einen deutlich höheren Sauerstoffgehalt besitzt als die Ostsee insgesamt, verspricht man sich eine Verbesserung der Situation in den sauerstoffarmen Regionen im Gotland- und Bornholmbecken.

Januar 2015

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