Die Seefestung Patarei in Tallinn: ein Juwel mit dunkler Vergangenheit

Auch wenn Estland nicht unbedingt zu den Top-Reisezielen an der Ostsee zählt, lohnt sich ein Ausflug dorthin allemal. Insbesondere in die Hauptstadt Tallinn, wo die Besucher so manche Sehenswürdigkeit erwartet. Dazu gehört beispielsweise die Seefestung Patarei, die vor allem von Fans des „Dark Toursim“ gern besucht wird. Schließlich wartet das Gebäude in der Nähe der Altstadt mit einer düsteren Vergangenheit auf.

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Seefestung Patarei in Tallinn (Estland) | ©: Wieland Müller - pixelio.de

Die Geschichte der Seefestung Patarei

Errichtet wurde die Seefestung Patarei im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ursprünglich als Kaserne, in welcher in aller Regel um die 2.000 Soldaten stationiert waren. Nachdem Estland 1918 unabhängig geworden war, wurde das Gebäude ab 1920 jedoch als zentrales Stadtgefängnis genutzt. Für einen ähnlichen Zweck nutzten später die nationalsozialistischen Machthaber die Seefestung Patarei, nämlich als Arbeits- und Konzentrationslager. Die bekannteste Gräueltat aus dieser Zeit ist die Erschießung von 200 estnischen Juden im Jahr 1943.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Seefestung Patarei von der Sowjetunion als Militärgefängnis genutzt, später als Staatsgefängnis von Estland. Endgültig geschlossen wurde die Seefestung Patarei schließlich 2002.

Hintergründe zur Seefestung Patarei

Zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft waren in der Seefestung Patarei bis zu 4.500 Gefangene untergebracht, unter sowjetischer Herrschaft sogar bis zu 5.000. Ausgelegt waren die Zellen eigentlich für maximal acht Personen, tatsächlich wurden darin jedoch bis zu 20 Menschen eingepfercht.

Ein äußerst makabres Kapitel in der Geschichte der Seefestung Patarei stellte das Jahr 1980 dar, als die olympischen Sommerspiele stattfanden: Weil in der Bucht vor der Seefestung die Segelwettbewerbe stattfanden, wurden die zum Meer gelegenen Fenster mit Stahlplatten verschlossen oder sogar zugemauert. Der Grund: Den Gefangenen sollte es unmöglich gemacht werden, mit den Sportlern in Kontakt zu treten. Entfernt wurde dieser Sichtschutz nach den Spielen allerdings nicht mehr.

Aus einem Höllenloch wird ein Partystrand

Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends wurde die Seefestung Patarei Teil des Tallinner Kulturparks. Beispielsweise gibt es auf dem Gelände rund um die einstige Seefestung den sogenannten „Prison Bay“, von wo aus die Besucher die Ostsee durch den Stacheldrahtzaun betrachten können.

März 2019





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