Leuchttürme an der Nordsee und Ostseeküste

Obwohl Leuchttürme heute meist nicht mehr ihrer ursprünglichen Bestimmung als Träger eines Leuchtfeuers nachkommen, sind sie doch ein Blickfang in der Landschaft und wecken nostalgische Empfindungen. An der deutschen Nord- und Ostseeküste begegnen uns etliche dieser Bauwerke einer vergangenen Ära.

Schon seit 1891 thront in Ostfriesland auf einem Deich der elf Meter hohe Pilsumer Leuchtturm. Er verrichtete bis 1915 seinen Dienst als Leitfeuer und ging 1919 in den Ruhestand nachdem durch Sandablagerungen die Fahrtroute der Schiffe verändert werden musste. Nachdem der Turm jahrzehntelang ein trostloses Dasein gefristet hatte, nahm man sich seiner an, restaurierte ihn liebevoll und verpasste ihm seinen heutigen, gelb-roten Anstrich, durch den er inzwischen weit und breit bekannt ist, nicht zuletzt auch durch einen Film mit Otto Waalkes. Seit 2004 können Brautpaare im Pilsumer Leuchtturm auch heiraten.

Leuchttürme ohne Ende hat die Stadt Bremerhaven zu bieten. Stellvertretend seien hier nur zwei genannt: Der 15 Meter hohe Klingelturm aus dem Jahr 1900 ist zwar kein Riese, aber mit seiner unverwechselbaren Architektur ein wahres optisches Juwel unter den Leuchttürmen. Bei Nebel ertönt auch heute noch alle zehn Sekunden seine Glocke. Gleich am Fischereihafen steht heute der rot-weiße Leuchtturm Brinkamahof, der im Jahr 1911 fertig gestellt wurde. Dort stand er jedoch nicht immer. Er begann seine Laufbahn in der Nähe des heutigen Stadtteils Weddewarden. Da sich damals der Stromverlauf im Bereich der Wesermündung ständig veränderte, wurde der Turm gleich so konstruiert, dass er sich leicht versetzen lassen würde. 1912 begann der Leuchtturm seinen Dienst und verrichtete diesen bis Ende der 1970er Jahre ohne eine einzige notwendige Standortversetzung. Diese erfolgte dann jedoch, nachdem der Turm nicht mehr aktiv war. Heute dient er als Seemannsheim und gemütliche Kneipe.

Zur Orientierung der heimkehrenden Fischer hing auf dem Deich des alten Büsumer Hafens seit 1878 eine Öllaterne. Als der Schiffsverkehr beständig zunahm, begann man 1912 mit dem Bau eines Leuchtturmes, der 1913 in Betrieb genommen wurde. Das Leuchtfeuer des 25,5 Meter hohen Leuchtturms wurde von Anfang an elektrisch betrieben und er ist heute noch aktiv.

Der älteste Leuchtturm Deutschlands steht in Travemünde. Er wird in alten Urkunden bereits 1330 erwähnt. Nach einer Zerstörung durch die Dänen wurde 1539 der heutige Turm errichtet. Er ist 31 Meter hoch und seit 1972 nicht mehr in Betrieb. In den Jahren 2003 und 2004 wurde er von Grund auf saniert und beherbergt heute ein Museum. Auf der obersten der acht Etagen kann die noch immer funktionstüchtige Leuchtanlage besichtigt werden. Außerdem hat man von der Aussichtsgalerie aus einen unvergesslichen Ausblick über Travemünde, die ganze Lübecker Bucht und die Küste Mecklenburg-Vorpommerns.

Im Jahr 1898 wurde der 36,90 Meter hohe Leuchtturm im Ostseebad Warnemünde in der Hansestadt Rostock in Betrieb genommen und ist bis heute das Wahrzeichen des Ortes. Seit 1976 ist hier die Arbeit eines Leuchtturmwärters überflüssig geworden, weil der Turm automatisiert wurde. Dennoch ist er bis heute noch in Betrieb und weist den sicheren Weg in den Hafen von Rostock. Besucher können den Turm besichtigen und von hoch oben die Aussicht genießen.

Der Leuchtturm Westerheversand, in seinem rot-weißen Gewand auf einer Warft vor dem Ort liegend, gilt als Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt in Schleswig-Holstein. Er ist nun schon seit dem Jahr 1908 im Dienst und darf seit 2001 auch von innen besichtigt und über die 157 Stufen bestiegen werden. Brautpaare können im Hochzeitszimmer auf dem Turm den Hafen der Ehe ansteuern.

Der 33 Meter hohe Kieler Leuchtturm steht mitten im Ostseewasser, knapp 8 Kilometer vom Festland entfernt. Erst in den 1960er Jahren wurde er gebaut und ging 1967 in Betrieb. Der Turm dient in der Kieler Bucht als Leitfeuer und wird vom Wasser- und Schifffahrtsamt in Travemünde aus ferngesteuert.

Wohl einer der berühmtesten und schönsten Leuchttürme überhaupt ist der Leuchtturm Roter Sand in der Nordsee im Bereich der Außenweser. Der Turm stammt aus dem Jahr 1885 und war das erste Bauwerk, das Menschen je auf dem Meeresgrund errichteten. Er ist 52,5 Meter hoch. Lange Zeit konnte man von Bremerhaven aus eine Überfahrt zum Leuchtturm Roter Sand buchen, ihn ausgiebig besichtigen und in den Sommermonaten sogar dort in einer Koje übernachten. Derzeit wurde jedoch das Schiff, das bisher diese Fahrten ausführte, außer Dienst gestellt. Vermutlich wird kurzfristig nach Ersatz gesucht. Nähere Informationen hierzu erteilt der Förderverein „Leuchtturm Roter Sand e.V.“


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