Das Biikebrennen wird immaterielles Kulturerbe

Traditionell findet in Nordfriesland am 21. Februar das sogenannte Biikebrennen statt, das sich an der westlichen Küste Schleswig-Holsteins bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Am 12. Dezember 2014 gab die Konferenz der Kultusminister bekannt, dass das Biikebrennen in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen wird. Das Biikebrennen ist eine von insgesamt 27 Wissensformen und Traditionen die in dieses Verzeichnis aufgenommen werden, darunter auch das Köhlerhandwerk oder der Rheinische Karneval.

Eine Tradition mit Geschichte

Vermutlich reicht die Geschichte des Biikebrennens bis ins Mittelalter zurück, wo die Feuer abgebrannt wurden, um die neue Saat zu schützen und böse Geister zu vertreiben. In späteren Jahrhunderten wurden auf den Nordfriesischen Inseln die Feuer abgebrannt, um die Walfänger zu verabschieden. Auch das Datum geht auf die Tradition des Walfanges zurück. Denn die Hansestädte hatten anno 1403 beschlossen, dass die Schifffahrt zwischen 11. November und 22. Februar zu ruhen hatte.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein wurden primitive Leuchtbaken verwendet. Erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Biikebrennen in seiner heutigen Form veranstaltet. Als Brennmaterial werden meist Weihnachtsbäume und Gestecke verwendet, in einigen Dörfern werden Strohpuppen verbrannt, während in anderen Regionen ein altes Holzfass auf die Biikespitzen gestellt, dessen Fall das Ende des Winters symbolisiert.

Was ist ein immaterielles Kulturerbe?

Unter einem immateriellen Kulturerbe werden kulturelle Ausdrucksformen verstanden, die über Generationen hinweg weitergegeben werden. Dazu gehören beispielsweise das Wissen über traditionelles Handwerk, gesellschaftliche Rituale, Bräuche und Feste, darstellende Künste oder Traditionen, die mündlich überliefert werden. Auf internationaler Ebene ist die UNESCO für den Schutz des immateriellen Kulturgutes zuständig. In drei Proklamationen wurden in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends 90 Kulturgüter aus allen Weltreligionen zu "Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit" ernannt.

Dezember 2014

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