Sensationsfund am Kap Arkona: slawische Kulthalle entdeckt

Auf einen sensationellen Fund stießen Archäologen im Sommer 2015 bei Ausgrabungen an der slawischen Tempelburg am Kap Arkona auf der Insel Rücken gestoßen: Sie entdeckten eine etwa achtmal zwölf Meter große Halle, die vermutlich kultischen Handlungen dient. Gebäude in dieser Form sind den Forschern aus der slawischen Welt bislang unbekannt. "Das Gebäude ist größer als alle anderen Gebäude, die zwischen Elbe und Polen in der Slawenzeit entstanden", so Fred Ruchhöft, der wissenschaftliche Projektleiter. Nach den ersten Rekonstruktionsversuchen könnte das Gebäude auf Eichenpfosten errichtet worden sein und bis zu zwölf Meter hoch gewesen sein.

Das bedeutet die Entdeckung für die Forschung

"Diese Entdeckung ist für uns eine riesige Überraschung und ein großer Erkenntnisfortschritt", sagte Detlef Jantzen, Landesarchäologe von Mecklenburg-Vorpommern zur Entdeckung am Kap Arkona. Denn die Jaromarsburg, wie die Tempelburg heißt, war das zentrale Heiligtum der West-Slawen.

Entdeckt hatten die Forscher direkt an der Kliffkante von Kap Arkona Pfostengruben, die jeweils ein Mal ein Meter groß sind. Weil der Grundriss des Rügener Zeremoniengebäudes ähnlichen Anlagen aus Dänemark gleicht, gehen die Forscher von skandinavischen Einflüssen aus. Allerdings bleibt es zunächst noch ein Rätsel, warum in einem slawischen Heiligtum ausgerechnet ein skandinavisches Gebäude errichtet wurde. Denn zum Zeitpunkt, als das Gebäude vermutlich errichtet wurde - nämlich während des 11. Jahrhunderts - war der Nordosten Deutschlands noch völlig von den Slawen geprägt. So gelang es den dänischen Christen auch erst anno 1168, die Jaromarsburg zu erobern und zu zerstören. Der Archäologe Jantzen hält es deshalb für nicht unmöglich, dass die Burg zuvor schon einmal von Skandinaviern kontrolliert worden sein hätte können. Denn ausgeschlossen wird, dass die Halle dem slawischen Gott Swantevit geweiht war, dem auch die Jaromarsburg geweiht ist.

Juli 2015

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