Das Jagdschloss Gelbensande: Die Pracht der mecklenburgischen Fürsten

Weil ganz in der Nähe die Jagdreviere der Landesfürsten lagen, erteilte Großherzog Friedrich Franz III. zu Mecklenburg anno 1884 den Befehl, in der Rostocker Heide eine Sommerresidenz zu errichten. Das einstige Jagdschloss wurde zu Zeiten der DDR als Krankenhaus genutzt und ist heute teilweise in privater Hand. Darüber hinaus beherbergt es ein Museum und bietet Raum für kulturelle Veranstaltungen.

Die Geschichte des Jagdschlosses Gelbensande

Den Auftrag für die Errichtung des Schlosses erhielt Gotthilf Ludwig Möckel, der das Schloss in etwa einem halben Jahr errichtete: Der Grundstein wurde am 1. Mai 1885 vom russischen Großfürsten Michael Nikolajewitsch gelegt, schon am 23. September 1885 konnte das Richtfest gefeiert werden.

Nachdem Friedrich Franz III. verstorben war, diente das Jagdschloss Gelbensande als Witwensitz der Großherzogin Anastasia. Aufgrund ihrer russischen Wurzeln musste sie jedoch zu Beginn des Ersten Weltkrieges Deutschland verlassen. Nach dem Krieg dankte Großherzog Friedrich Franz IV. ab und ging mit seiner Familie kurzzeitig ins dänische Exil. Er erhielt das Jagdschloss Gelbensande jedoch 1919 zurück und bewohnte es bis 1921.

Aus dem Jagdschloss wird ein Krankenhaus und ein Museum

In den letzten Kriegsmonaten wurde das Jagdschloss Gelbensande als Lazarett genutzt, und auch im sozialistischen Deutschland wurde diese Immobilie für das Gesundheitswesen genutzt. In den 1980er Jahren bemühte sich das Kulturhistorische Museum mit Sitz in Rostock darum, das Jagdschloss Gelbensande als Denkmal einstufen zu lassen, jedoch erfolglos.

Neue Chancen für die weitere Nutzung des Jagdschlosses Gelbensande ergaben sich nach der Wende. Mitte der 1990er Jahre wurde mit der Sanierung begonnen, während der Verein Museum Jagdschloss Gelbensande e.B hier regelmäßig kulturelle Veranstaltungen abhielt. Zwar wurde das Gebäude 2008 an einen Bauunternehmer verkauft, der jedoch nur einen Teil der Anlage kommerziell nutzt. So beherbergt das Jagdschloss Gelbensande weiterhin ein Museum, in welchem neben einer Dauerausstellung zur Geschichte des Hauses auch Jagdtrophäen, dänisches Porzellan und Kupferstiche ausgestellt werden.

Oktober 2015

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