Eine imposante Sehenswürdigkeit: die Hubbrücke Karnin

Einst war die Hubbrücke Karnin Teil der Eisenbahnbrücke, welche die Insel Usedom mit dem Festland verband. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Eisenbahnverbindung jedoch gesprengt. Erhalten blieb bis zum heutigen Tag lediglich die Hubbrücke Karnin als Industriedenkmal. Nach der Jahrtausendwende gab es Überlegungen, die Eisenbahnstrecke wieder aufzubauen. Diese Pläne wurden von der Bundesregierung aber als unwirtschaftlich abgelehnt.

Hintergründe zur Hubbrücke Karnin

Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert befand sich an dieser Stelle eine Eisenbahnbrücke, nämlich als die Bahnstrecke zwischen Heringsdorf und Ducherow in Betrieb genommen wurde. Bei diesem ersten Brückenbau handelte es sich um eine Drehbrücke, die von Hand betrieben wurde. Zunächst war diese Bahnstrecke eingleisig, sie wurde aber zu Beginn des 20. Jahrhunderts zweigleisig ausgebaut, weshalb auch eine neue Brücke errichtet werden musste.

Weil diese sich schneller betätigen ließ, entschieden sich die Verantwortlichen für eine Hubbrücke, die nach dem selben Prinzip funktionierte wie das Schiffshebewerk Niederfinow. Fertiggestellt wurde die Hubbrücke Karnin 1933. Weil es sich bei dieser Strecke um die schnellste Verbindung zwischen Usedom und dem deutschen Festland handelte, trug sie maßgeblich zur touristischen Entwicklung bei, spielte zugleich aber auch für das Militär eine wichtige Rolle.

Gesprengt wurde die Eisenbahnstrecke 1945 von der Wehrmacht. Der Grund: Dadurch sollte der Vormarsch der Roten Armee erschwert werden. Zerstört wurden dabei jedoch nur alle weiteren Brückenteile außer der Hubbrücke. Auch das hatte einen guten Grund: Den deutschen Marineeinheiten sollte ein hindernisfreier Fluchtweg von der Mündung der Peene in die Ostsee offen stehen.

Eigentlich hätte die Hubbrücke Karnin 1990 gesprengt werden sollen. Das wurde jedoch von Naturschützern verhindert, die festgestellt hatten, dass auf der Brücke eine Kolonie von Turmfalken brütete. Das Spezialschiff, dessen Besatzung die Sprengung durchführen sollte, musste also unverrichteter Dinge wieder in den Heimathafen zurückkehren. Dadurch war ausreichend Zeit gewonnen worden, damit die Pläne, das Bauwerk unter Denkmalschutz zu stellen, verwirklicht werden konnten.

August 2019





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